Einkaufen und ins Büro – Klimafreundlich mit dem Radl unterwegs

Es gibt viele gute Gründe, warum wir öfter mal das Fahrrad aus dem Keller holen sollten. Einer davon ist, dass Bewegung jedem von uns gut tut. Und die einfachste Art, eine sportliche Aktivität in einen vollgepackten Alltag zu integrieren, ist der Weg zur Arbeit. Gerade zur Rushhour sparen Sie Zeit und CO2. Eine Arbeitsstrecke von 8,4 Kilometer (einfacher Weg) – wie etwa von der Pollinger Straße in Sendling-Westpark bis zur Theresienstraße – legen Radfahrer*innen bereits in einer halben Stunde pro Strecke zurück. Damit werden an 230 Arbeitstagen bei circa 3.860 Kilometern  jährlich 703 kg CO2 vermieden. Radeln Sie stressfrei durch die Innenstadt und sparen Sie sich die Zeit für die Parkplatzsuche mit dem Auto für einen entspannten Kaffee mit Ihren Kolleg*innen! 

CO2-Ausstoß berechnen: Unterwegs mit dem Fahrrad

Ein anderer Weg, den wir alle häufig sogar mehrmals in der Woche zurücklegen, ist der Weg zum Einkaufen. Auch auf diesen kurzen Strecken ist CO2-Sparen möglich. Am klimafreundlichsten und günstigsten ist der Einkauf zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Bei einer 1,7 Kilometer langen Strecke sparen Sie bei drei Einkäufen und pro Woche im Jahr rund 43 kg CO2 ein. Testen Sie selbst, wie viel CO2 Sie für Ihren nächsten Einkauf oder die Fahrt ins Büro vermeiden können.

Clever einkaufen mit dem Radl 

Fahrradfahrerin mit Einkaufskorb

© ZoomTeam / Adobe Stock

Pro Einkauf mit dem Fahrrad

  • schnell am Ziel – bei Entfernungen bis zu fünf Kilometern sogar schneller als mit dem Auto durch die Stadt
  • klimafreundlich – kein CO2-Ausstoß durch das Radfahren
  • stressfrei und flexibel unterwegs – Parkplatzsuche in der Innenstadt entfällt
  • kosteneffizient – Benzinkosten entfallen, Anschaffungskosten sind gering
  • gut für die Gesundheit: Bewegung an der frischen Luft hält fit
  • einfacher Transport von leichteren Einkäufen – dank Fahrradkorb oder Fahrradtasche

Contra Einkauf mit dem Fahrrad

  • unpraktischer Transport: nur für kleine Einkäufe und Dinge, die in eine Fahrradtasche oder in den Fahrradkorb passen, geeignet
  • unkomfortabel und schwer: zusätzliche Belastung durch das Gewicht des Einkaufs

Tipp: Probieren Sie doch mal ein Lastenrad für größere Einkäufe aus. Hier können Sie Lastenpedelecs ausleihen und testen.

Welcher Büro-Radel-Typ sind Sie?

Ins Büro kommen Sie mit jedem Rad: Ob Sie Profiradler*in, Hobbymountainbiker*in oder Nutzfahrer*in sind. Das sind die klassischen Varianten und ihre Vorzüge:

A: Sportlich mit dem Rennrad oder Mountainbike

Fahrradfahrerin auf ihrem Arbeitswegeit

© RyanJLane / iStock

Sporträder eignen sich hervorragend fürs Gelände und die Straße. Doch das Mountainbike eignet sich auch für einen Abstecher am Morgen ins Büro, bevor es querfeldein durch das Münchner Umland geht. Entscheiden Sie sich für das klassische Rennrad und eine schnelle Fahrt für den Endorphin-Rausch vor der Arbeit, sollten Sie noch eine Dusche am Arbeitsort einplanen.

B: Relaxed mit dem Pedelec

Mann prüft den Akku seines Pedelecs

© Halfpoint / Adobe Stock

Sollten Sie nicht verschwitzt zur Arbeit kommen wollen, probieren Sie doch einmal ein Pedelec (Pedal Electric Cycle) aus. Sie verfügen über einen elektrischen Motor zur Pedalunterstützung, sodass das Treten wesentlich leichter als bei herkömmlichen Fahrrädern ist. Mittlerweile werden Pedelecs von Online- und Fahrradhändlern in allen Farben und Formen und zu verschiedenen Preisklassen angeboten. Fälschlicherweise hat sich mittlerweile der Begriff „E-Bike“ für Pedelecs durchgesetzt. Kennen Sie die Unterschiede zwischen einem E-Bike und einem Pedelec? Falls nicht, dann lesen Sie gern im nächsten Abschnitt, worin sich die Beiden unterscheiden. 

C: Sylisch mit Hollandrad oder Fixie

Mann trägt Fixie auf der SchulterMann trägt sein Fixie auf der Schulter

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Münchner Berufsfahrer*innen haben die Qual der Wahl: Hollandrad, Fixie oder doch lieber ein Singlespeed? Die stabilen Hollandräder sind in erster Linie bequem und in allen möglichen Farben und Designs erhältlich. Aufgrund ihrer hohen Alltagstauglichkeit sind sie sehr beliebt. Insbesondere für die alltägliche Fahrt ins Büro oder zum Einkauf mögen viele Großstädter*innen die aufrechte Sitzposition und den ergonomischen Lenker, da sie komfortabel und mit jedem Outfit sicher ins Büro kommen. Die Sitzhöhe gibt viel Übersicht über den Verkehr. Hingegen ist das Fixie oder Singlespeed eher etwas für sportliche Stadtfahrer*innen. 

D: Klassisch mit einem Mehrgang-Fahrrad

Frau schließt Fahrradhelm

© AleksandarNakic / iStock

Ob Symbiose zwischen City- und Trekkingrad oder Crossrad mit aufwändigem Design: Auf stabile Laufräder, Schutzbleche und LED-Beleuchtung sollten Sie aus Sicherheitsgründen unbedingt beim Allround-Fahrrad achten. Das günstige Kettenschaltungsrad ist der Klassiker unter den Mehrgangrädern. Aber auch die Nabenschaltung ist eine günstige Variante, wenn Sie zuverlässig auch ein paar Hügel hoch und runterfahren möchten. Eine Gangschaltung mit 12 bis 27-Gang macht sich auf längeren Strecken durchs Münchner Umland bewährt.

E-Bike oder Pedelec: Was sind die Unterschiede?

Icon Elektrofahrrad

Im Alltag bieten E-Bikes einige Vorteile und sind eine günstige Alternative zum Auto. E-Bikes sind im Unterschied zum Pedelec Fahrzeuge, die mit einem eigenständigen Motor angetrieben werden. Radfahrer*innen müssen also gar nicht in die Pedale treten. Technisch gesehen handelt es sich eher um ein E-Mofa, das ähnlich wie ein Fahrrad aussieht. E-Bikes eignen sich bei langen Strecken und großen Höhenunterschieden. Gerade für längere Distanzen kommt das E-Bike in Frage. Ebenso lassen sich schwere Einkäufe einfacher transportieren. Im Schnitt fallen beim E-Bike auf 100 Kilometer Energiekosten in Höhe von etwa 0,30 Euro an. Im Gegensatz dazu kostet die Fahrt mit dem Auto durchschnittlich 10,50 Euro pro 100 Kilometer. Bei der Fahrt mit dem E-Bike sollten Sie auf die Verkehrsregeln achten: E-Bikes werden im Gegensatz zum Pedelec als Kleinkraftrad angesehen. 

Mit dem Pedelec legen Sie leichter größere Distanzen zurück als mit dem Fahrrad, da der eingebaute Motor des E-Fahrrads Sie beim Fahren unterstützt – und Sie tun etwas für den Klimaschutz: Bei einer Fahrt mit dem Pedelec entstehen pro 100 Kilometer gerade mal 0,6 kg CO2, beim Auto 21 kg CO2. Noch klimafreundlicher radeln Sie mit dem Elektrofahrrad, wenn es mit Ökostrom betrieben wird. Sobald in die Pedale getreten wird, tritt wie auf Knopfdruck die Wirkung der Pedalunterstützung des E-Motors in Kraft. Das Tolle an der Motorunterstützung: Die Fahrer*innen entscheiden, ob und wie viel Motorunterstützung sie bei der Fahrt in Anspruch nehmen wollen. Pedelecs gelten nur bis 25 Kilometer pro Stunde als Fahrrad. Darüber hinaus wird die Trittgeschwindigkeit nicht mehr vom Motor unterstützt und kann nur noch mit eigener Muskelkraft erreicht werden. Ein wesentlicher Vorteil eines Pedelecs gegenüber einem E-Bike ist, dass auch ein Lastenanhänger mitgeführt werden darf und die gleichen Verkehrsregeln wie für Fahrradfahrer*innen gelten – der Fahrradweg darf also beispielsweise genutzt werden. 

Sie möchten sich ein E-Bike oder Pedelec kaufen? 

Dann sollten Sie sich vor dem Kauf folgende Fragen stellen:

  • Wie weit sind die Entfernungen im Durchschnitt?
  • Liegen Hügel oder Berge auf der täglichen Strecke?
  • Ist es häufig windig?
  • Was wird mit dem E-Bike oder Pedelec gewöhnlich transportiert?
  • Brauchen Sie einen Anhänger zum Transport für zusätzliche Lasten?

München Cool City empfiehlt Ihnen darüber hinaus, auf aktuelle Testberichte – zum Beispiel von Stiftung Warentest oder ADAC – zu achten. Eine umfangreiche Beratung in einem Fachgeschäft für Fahrräder mit elektrischer Motorunterstützung wie E-Bikes, Lastenräder oder Pedelecs ist ebenfalls sinnvoll. Eine Probefahrt ist unbedingt ratsam. Falls es Ihnen nicht angeboten werden sollte, fragen Sie einfach nach. Bei einem Fahrradverleih können Sie schon mal generell den Fahrradtyp testen, der für Sie in Frage kommt. Nehmen Sie sich so viel Gepäck mit, wie Sie auch an gewöhnlichen Tagen dabei haben würden.

Zusätzlicher Tipp: Wer sich ein Lastenpedelec zulegt, kann beim Referat für Gesundheit und Umwelt einen Zuschuss von 25 Prozent der Nettokosten bis maximal 1.000 Euro beantragen. Detaillierte Förderinformationen finden Sie hier.