Münchens coolste Orte für heiße Sommertage

Der Sommer in München ist eine Pracht – in Biergärten schlemmen und ratschen, im Englischen Garten flanieren, in Cafés in der Innenstadt in den Tag hineinleben. Doch bei allem Sommergenuß: Irgendwann braucht auch der größte Sonnenanbeter eine Pause von der sommerlichen Hitze. München Cool City hat die acht besten Tipps für Abkühlung an heißen Tagen. 

1. Cooles Schwimmen: Treiben lassen im Eisbach zwischen den zwei Surfer-Wellen

In München gibt es wenige Orte mit solch einem Coolness-Faktor wie den Eisbach – und das im doppelten Sinne: Hier am Wasser ist es zugleich kühl und cool. Denn zum einen strömt das Wasser unter der Eisbachbrücke am Deutschen Museum kalt aus dem Untergrund. Es speist sich aus zwei unterirdischen Seitenarmen der Isar, dem Stadtmühlbach und dem Stadtsägmühlbach. Beide gehören zum Kanalsystem der Münchner Stadtbäche. Diese waren einst als Transportarme für Holz und andere Rohstoffe aus den Alpen bedeutend für Münchens Entwicklung und mit einer Gesamtlänge von 300 km dreimal so lang wie Amsterdams Kanäle.

Surfer im Eisbach

© alistair macrobert/ Unsplash

Zugleich trifft sich auf der Liegewiese neben dem Haus der Kunst eine Mischung aus Wellenreitern, die auf der Flusswelle hinter der Eisbachbrücke surfen, der Jeunesse dorée aus den umliegenden Schulen und sonnenanbetenden Studenten. Die meisten von ihnen springen hier in die starke Strömung, um sich mitnehmen zu lassen auf die rund ein Kilometer lange Eisbachrunde: Unter drei Brücken, durch eine zweite, kleinere Surfer-Welle, die sogenannte „E2“, bis zu einer Ausstiegsleiter direkt an der Trambahn-Haltestelle Tivolistraße und von dort mit der 18er Tram zurück zum Haus der Kunst.

2. Muße auf dem Südfriedhof: Schlendern durch Münchens steinernes Geschichtsbuch

Wer einen zentral gelegenen, schattigen Ort sucht, der auch bei Sommerhitze nicht überlaufen ist, wird fündig auf dem Alten Südfriedhof. Zur angenehm frischen Luft tragen sowohl kleinere Brunnen als auch die üppigen Bäume, Sträucher und Pflanzen bei, die auf diesem parkartig angelegten Gelände wachsen.

Friedhof

© Heinz Hummel / Pixabay

Doch auch historisch Interessierte finden Inspiration auf dem Friedhof, der als Münchens steinernes Geschichtsbuch gilt. Bedarf für den Friedhof entstand vor rund 450 Jahren, als so viele Münchner an der Pest starben, dass es an Gräbern innerhalb der Stadtmauern mangelte. Also wurde der Friedhof südlich vom Sendlinger Stadttor errichtet. Nachdem Bayerns Herrscher 1789 keine Bestattungen mehr in der Stadt erlaubte, bot der Friedhof für die nächsten 100 Jahre Münchens einzige Begräbnisstätte. Daher liegen dort die Gräber berühmter Stadtbewohner vom Maler Max Ainmiller über den Bildhauer Ludwig Schwanthaler bis hin zum Architekten Arnold Zenetti.

Heute finden hier keine Bestattungen mehr statt. Daher ist der Südfriedhof mit seinen jahrhundertealten Bäumen nicht nur grüner, sondern auch noch ruhiger als die meisten anderen Friedhöfe Münchens.

3. Arktischer Sommer: Abkühlen in der Polarwelt des Tierparks Hellabrunn

Um sich bei sommerlicher Hitze an klirrende Kälte zu erinnern und sich mental ein wenig zu erfrischen, kann man in die Polarwelt des Tierparks Hellabrunn gehen. Dort leben Eisbären, Schneeeulen, Pinguine, Mähnenrobben, Schneehasen und Polarfüchse, die sonst in Schnee und Eis zu Hause sind. Die Luft hier ist zwar nicht klimatisiert. Doch durchfließt der Auer Mühlbach, ein Seitenarm der Isar, den Tierpark und speist das 12 Grad kalte Eisbär-Becken, das somit auch den umliegenden Besucherbereich um ein paar Grad abkühlt. Zudem steht hier die aus Baumstämmen errichtete Trapperhütte und bietet kühle, schattige Erholung.

Eisbär im Tierpark

© Mika Brandt / Unsplash

Noch etwas kälter als in der Hütte ist es in der Fledermausgrotte. In dieser leben neben Fledermäusen auch Kuba-Baumratten, sowie die Nagetiere namens Azara-Aguti und die Vogelart der Pfirsichköpfchen. Dank der dicken Steinmauern steigt die Temperatur hier selbst im Sommer nie über 20 Grad. Zuletzt gibt es in Hellabrunn sogar einen klimatisierten Bereich: Das unterirdische Aquarium mit seinen rund 5.000 Fischen. Sowohl der Anblick der Unterwasser-Welt als auch die gekühlte Luft bringen hier gemeinsam Erfrischung und Abkühlung.

4. Erfrischen unter Tage: Rundgang durch den Stollen des Bergwerks im Deutschen Museum

Als Schutz vor sommerlicher Hitze führen wenige Wege so weit weg von der Sonne wie der Gang in das Bergwerk des Deutschen Museums. 1925 wurde dieser künstliche Stollen als Ausstellung angelegt, um eine möglichst realistische Arbeits-Atmosphäre unter Tage nachzuempfinden. Nach mehreren Aus- und Umbauten führt heute ein 400 Meter langer Rundweg durch die Ausstellung mit fast 5.000 Quadratmetern Fläche, rund zwei Drittel eines Fußballfeldes.

Bergwerk

© Deutsches Museum

Dabei steigen Besucher über Treppen und Stiegen insgesamt drei Stockwerke hinab in den Untergrund und erreichen eine Tiefe von bis zu elf Metern unter der Erde. Sie erleben dabei verschiedene Bergwerks-Technologien vom 16. Jahrhundert bis heute. Doch im Gegensatz zu Grubenarbeitern kommen Besucher dabei kaum ins Schwitzen, denn selbst im Sommer wird es hier unten selten heißer als 21 Grad.

5. Natürliches Nass: Plantschen und Tauchen im chlorfreien Naturschwimmbad Maria Einsiedel

Liegewiese im Naturbad Maria Einsiedel

© Denise-Krejci / Stadtwerke München

2008 bekam München sein erstes öffentliches Naturbad: das Maria Einsiedel Bad. Es liegt nicht nur im grün bewachsenen Isartal und gilt damit unter seinen vielen Fans als schönstes Münchner Freibad. Vor allem wird das Wasser hier anstatt mit Chlor mit Hilfe natürlicher Mikroorganismen sauber gehalten. Für Besucher gibt es zum einen das ausladende Becken mit einer Größe von rund 2.800 Quadratmetern (das ist in etwa so groß wie vier Tennisplätze). Zum anderen durchfließt ein 400 Meter langer Kanal mit Isarwasser das Schwimmbad, in dem sich Gäste in der leichten Strömung treiben lassen können. Die Isar mit ihrem Schmelzwasser aus den Alpen ist angenehm kühl, sodass die Wassertemperatur im Maria Einsiedel Bad nur 22 Grad beträgt, rund zwei Grad kälter als in den anderen Münchner Freibädern.

6. Im Schatten der Pflanzen: Durchatmen im begrünten Innenhof

Inmitten des Betons der Stadt helfen manchmal schon einige Bäume und Kletterpflanzen und verwandeln kahle Wände in eine kühle Oase. So etwa in der Kaiserstraße 47 in Schwabing. Hier beschlossen die beiden Eigentümer vor rund 20 Jahren, ihren rund 300 Quadratmeter großen Hinterhof zu begrünen. Zusammen mit einem Landschaftsarchitekten und einem Gärtner legten sie Pflanzentröge an und ließen an den sonnigen Hauswänden Wein und eine Glyzinie und im schattigeren Teil der Fassade Efeu emporranken.

Heute sind die drei und vier-stöckigen Hauswände fast komplett bewachsen und bilden somit einen grüne Umrahmung für den rund 80 Jahre alten Bergahorn und die fünf zusätzlich im Hinterhof gepflanzten Weißdorn-Bäume. Dieses Mikroklima zieht nicht nur brütende Amseln und Hausbewohner auf der schnellen Suche nach Natur an. Auch Besucher können dort entspannen, denn der Hof ist aus zwei Gründen öffentlich zugänglich: Hier liegt der Eingang zum Showroom des Lampendesigners Ingo Maurer und die Terrasse einer Pizzeria, die bei schönem Wetter zehn kleine Zweiertische bietet.

7. Muße im Marmor: Rundgang durch das unterirdische Museum Ägyptischer Kunst

Bei Sommerhitze sind Museen, die in prächtigen Gebäuden mit dicken Mauern untergebracht sind, oft ein guter Zufluchtsort. Ein Ausstellungshaus in München eignet sich hierfür besonders gut, denn es liegt komplett unter der Erde: die staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst. Das 2013 eröffnete Museum auf dem Kunstareal in der Maxvorstadt liegt unter dem Gebäude der Filmhochschule auf zwei unterirdischen Stockwerken. Dank des Schutzes vor der Sonne und der zusätzlich klimatisierten Luft liegt die Temperatur hier konstant bei angenehmen 22 Grad.

Ägyptisches Museum

© SMÄKMarianne Franke

Doch trotz der Lage unter der Erde ist die Ausstellung von Tageslicht erhellt. Durch ein tief gelegtes gläsernes Atrium scheint Licht durch die Fenster des Museums. So fühlen sich Besucher umgeben von antiken Büsten und Schmuck ein wenig wie im Inneren der Pyramiden von Gizeh – nur mit besserer Beleuchtung und bei angenehmerem Klima.

8. Musik am Wasser: Entspannen bei den gratis Livekonzerten des Kultur-Strands um den Vater-Rhein Brunnen

Unter allen Freiluftbühnen der Stadt gibt es wenige, an denen es so angenehm frisch ist wie am Kulturstrand auf der Museumsinsel. Eingerahmt von zwei Flussarmen, der Großen und der Kleinen Isar, ist diese Insel nicht nur umgeben von kühlem fließendem Wasser. Auf dem nördlichen Teil der Insel befindet sich zudem ein Park mit stattlichen Bäumen, die viel Schatten rund um den Kulturstrand spenden.

Konzert am Kulturstrand

© Sebastian Dürst

Zusätzliche Kühle bringt hier der Vater-Rhein Brunnen, um den der Kulturstrand herum angelegt ist. Der Brunnen war ursprünglich 1902 von einem deutschen Bildhauer in Straßburg aufgebaut worden. Doch nach dem Einmarsch der Franzosen im Ersten Weltkrieg wurde er abmontiert, zu großen Teilen nach München verkauft und dort neu errichtet. So können die Besucher des Kulturstrands heute ihre Füße im weitläufigen Becken des Brunnens abkühlen, während sie Live-Musik hören und in Liegestühlen entspannen.