Hitzeschutz – auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren

30 Grad im Schatten und kein Lüftchen weht – Hitzewellen wie in den vergangenen Sommern werden durch den Klimawandel zunehmen. München Cool City zeigt Ihnen, wie Sie sich zu Hause vor der brütenden Hitze schützen können – und das ohne den Energiefresser Klimaanlage.

28 Tropentage verzeichneten Meteorologen 2018 in München. Anders ausgedrückt heißt das: fast einen ganzen Monat lang kletterte das Thermometer über 30 Grad. Bei diesen Temperaturen kommen zwar auch im heimischen Biergarten mediterrane Urlaubsgefühle auf, doch die Hitze kann Kreislauf und Gesundheit stark belasten. Vor allem, wenn auch Zuhause dauerhaft tropische Temperaturen herrschen. Verständlich, dass dann bei vielen Münchnerinnen und Münchnern der Wunsch nach einer Klimaanlage aufkommt. Doch Vorsicht: Der hohe Stromverbrauch dieser Anlagen verursacht nicht nur zusätzliche Stromkosten, er sorgt auch dafür, dass noch mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt – und so den Klimawandel fördert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich an heißen Sommertagen auch ohne Klimaanlage stromsparend und klimafreundlich abkühlen können.

1. Nachts lüften, tagsüber Sonne aussperren!

Geöffnetes Fenster

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Auch wenn es teilweise kaum auffällt: Nachts sinken die Temperaturen auch an den heißesten Sommertagen um ein paar Grad ab. Nutzen Sie das und lüften Sie Ihre Wohnung am späten Abend und am frühen Morgen gut durch. Wenn Sie bei offenem Fenster schlafen, können Sie zudem ein feuchtes Laken vor das Fenster hängen und so von der Verdunstungskälte profitieren. Bleiben Ihre Fenster geschlossen, sollten Sie auf die zusätzliche Feuchtigkeit im Zimmer verzichten – denn schwüle Hitze empfinden wir als noch drückender als vergleichsweise trockene Wärme. Sobald die Sonne aufgeht, steigt auch die Temperatur langsam wieder an – spätestens um zehn Uhr morgens sollten Sie alle Fenster und Türen daher wieder schließen.

2. Wohnung verschatten

Geschlossene Jalousie

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Damit die Sonne Ihre vier Wände tagsüber trotz geschlossener Fenster nicht zu stark aufheizt, sollten Sie Fenster und Balkon- oder Terrassentüren unter Tags mit Vorhängen oder Jalousien verdecken. Besser als Jalousien hinter den Fenstern ist es, wenn die Jalousien von außen angebracht sind. Falls Sie zur Miete wohnen und Außen-Rollos anbringen möchten, brauchen Sie dafür allerdings das Einverständnis Ihres Vermieters, da dabei die Fassade beschädigt wird. Das gilt übrigens auch für den Einbau einer Klimaanlage. Falls der Vermieter sich quer stellt: weiterlesen! In unserem 7. Tipp erfahren Sie, welche baulichen Möglichkeiten Sie für die Kühlung Ihrer Wohnung nutzen können.

Wussten Sie schon?

Was Wärme draußen hält, hält sie umgekehrt auch drinnen. Deswegen können Sie auf diesen Trick auch im Winter zurückgreifen. Geschlossene Jalousien und Vorhänge sorgen dann dafür, dass kalte Fensterschreiben nicht nach innen abstrahlen oder Wärme nach draußen entweicht.

3. Kühle Dusche to go

Sprühflasche

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Schwitzen ist die natürliche Klimaanlage des Menschen. Mit dem Schweiß gelangt überschüssige Wärme nach außen und die Feuchtigkeit auf der Haut sorgt für einen Kühlungseffekt. Diese Methode können Sie ganz einfach nachahmen! Füllen Sie einfach Wasser in eine kleine Sprühflasche und ab damit in Rucksack oder Handtasche. Jetzt können Sie sich jederzeit einen kühlenden Sprühnebel auf Gesicht, Dekolleté, Oberarme oder Waden gönnen. Die Feuchtigkeit auf der Haut sorgt beim kleinsten Lufthauch für herrliche Frische – zur Not können Sie mit einem klassischen Fächer nachhelfen.

4. Abkühlen mit lauwarmen Getränken

Kanne mit lauwarmen Tee

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Was gibt es bei knackig heißen Temperaturen besseres, als ein kaltes Weissbier oder eine Limo mit Eiswürfeln? Einen lauwarmen Tee vielleicht? Kling wenig attraktiv, hilft gegen Hitze aber tatsächlich besser, als eisgekühlte Getränke. Denn die müssen vom Körper erst wieder auf Körpertemperatur erwärmt werden. Das kostet Energie und wir schwitzen noch mehr als vorher. Lauwarme Getränke fordern dem Körper in dieser Situation weniger ab und sind daher die bessere Wahl. Auf Alkohol sollten Sie bei Hitze übrigens auch verzichten, denn der entzieht dem Körper Wasser – zusätzlich zum permanenten Schwitzen.

5. Verdauung entlasten

Obstschalen

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Bei großer Hitze hat Ihr Körper ohnehin genug zu tun, Sie sollten ihn nicht zusätzlich durch anstrengende Verdauungsarbeit belasten. An heißen Tagen empfehlen Gesundheitsexperten daher mehrere kleine Mahlzeiten, statt drei mächtigen Mahlzeiten. Wasserreiches Obst und Gemüse, Fisch und Salate sind leicht verdaulich und eine besonders gute Wahl.

6. Helle Kleidung bevorzugen

Paar in heller Kleidung

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Sommerlich helle Farben machen nicht nur gute Laune, sie reflektieren das Sonnenlicht auch stärker als dunkle Töne und heizen sich so weniger auf. Machen Sie sich das bei Ihrer Sommergarderobe zunutze und setzen Sie auf helle Kleidungsstücke.

7. Zuhause hitzefest machen

Ventilator an der Decke

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Besonders im Hinblick auf vermutlich zunehmende heiße Sommer in der Zukunft lohnt es sich, auch Zuhause in den Hitzeschutz zu investieren. Mieter haben dabei leider weniger Möglichkeiten als Hausbesitzer, die vor allem in die Dämmung ihres Hauses investieren sollten. Denn eine gute Dämmung des Hauses sorgt in allen Jahreszeiten unerwünschten Temperaturänderungen der Räume vor. Besonders bei Fenstern und Terrassentüren in Südausrichtung lohnt sich außerdem spezielle Sonnenschutzverglasung. Sie reflektiert einfallendes Sonnenlicht und sorgt dafür, dass sich die Räume weniger aufheizen.

Wussten Sie schon?

Auch als Mieter können Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung für warme Sommer fit machen. Viele Vermieter erlauben kleinere bauliche Maßnahmen, wie die Montage von Außen-Jalousien oder einem Sonnensegel. Dem Einbau einer Klimaanlage stimmen viele Vermieter nicht zu, da dafür ein Loch in die Außenwand gebohrt werden muss. Doch wegen des hohen Stromverbrauchs von Klimageräten sind elektrische Ventilatoren ohnehin die nachhaltigere Wahl. Während eine Klimaanlage, die täglich acht Stunden in Betrieb ist, monatlich durchschnittlich 72,50 Euro Stromkosten verursacht, kommt ein Ventilator mit Strom für monatlich knapp 4,40 Euro aus. Dieser sparsame Betrieb vermeidet im Vergleich zur fest installierten Klimaanlage zudem 120 kg CO2 pro Monat. Und egal ob Deckenventilator oder mobiles Standgerät: beide dürfen Sie in jedem Fall auch ohne die Zustimmung des Vermieters installieren. Ein weiterer Pluspunkt: Große Deckenventilatoren sind ab rund 100 Euro im Handel oder Online erhältlich. Klimaanlagen sind deutlich teurer: selbst die günstigsten mobilen Geräte sind erst ab rund 200 Euro erhältlich.