04. Februar, 2020

Heizkosten verstehen und drosseln

Solarzellen und Geldscheine

© ri / Pixabay

Jedes Jahr zur Winterzeit flattert die Heizkostenabrechnung in viele Haushalte. Das mehrseitige Schreiben kann Münchner Mieterinnen und Mietern sowie Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern schnell Kopfzerbrechen bereiten. Denn die einzelnen Kostenpositionen sind häufig schwer nachvollziehbar: Ergibt diese Abrechnung Sinn? Dabei machen Heizkosten den größten Anteil an Nebenkosten in privaten Haushalten aus. Ein großes Plus entsteht in den Kassen derjenigen Haushalte, die Ihren Verbrauch nachvollziehen und so in Zukunft unnötige Heizkosten vermeiden können.

1. Grundsätzliches zu Ihrer Heizkostenabrechnung

Eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung steht Ihnen laut Gesetz unbedingt zu – bei Fernwärme und Zentralheizungen werden die Kosten geteilt. Die Voraussetzung dafür ist, dass zur korrekten Erfassung Ihres individuellen Verbrauchs alle Heizkörper mit Heizkostenverteilern oder Wärmemengenzählern ausgestattet sind. Sollte in Ihrem Gebäude die Warmwasseraufbereitung zentral erfolgen, wird der Wasserverbrauch mit Wasserzählern gemessen.

2. So wird richtig abgerechnet

Heizkosten werden für Gebäude mit einer zentralen Heizungs- und Warmwasseranlage einmal jährlich verbrauchsabhängig berechnet. In der gesetzlich verpflichtenden Heizkostenverordnung ist geregelt, wie Heizkosten für Gebäude auf Mieterinnen und Mieter, Eigentümerinnen und Eigentümer verteilt werden müssen. Nur ein Teil der Heizkosten darf nach dem Verbrauch abgerechnet werden: Zwischen 50 und 70 Prozent. Die übrigen 30 bis 50 Prozent der Heizkosten werden meist nach dem Maßstab der Wohnung verteilt. Wichtig: Jede Kostenart muss einzeln aufgelistet sein! Der Verteilschlüssel, nach dem die Kosten auf die Haushalte umgelegt werden, gehört mit Erläuterung auf die Heizkostenabrechnung.

3. Wo steht was? Kurzleitfaden zur Heizkostenabrechnung

Auf der ersten Abrechnungsseite sind die Aufstellung aller Heizkosten und die Abrechnungszeiträume zu finden. In diesem Abschnitt wird Ihnen direkt mitgeteilt, ob Sie etwas nachzahlen müssen oder Geld zurückgezahlt bekommen. Im ersten Teil der Abrechnung geht es dann um die Kosten für den Brennstoffkauf wie Gas, Öl oder Fernwärme. In der Abrechnung sind auch Heiznebenkosten enthalten, die für die Wartung und die Heizkostenverteilung, Verbrauchsmessung etc. veranschlagt werden.

Zum Abschluss finden Sie den tatsächlichen Verbrauch und die Gesamtkosten. Diese werden mit der von Ihnen geleisteten Vorauszahlung verrechnet. Auf der letzten Seite lesen Sie den noch zu leistenden Betrag oder den an Sie zu überweisenden Erstattungsbetrag. Sehen Sie in der interaktiven Muster-Heizkostenabrechnung alle Details auf einen Blick.

4. Checkliste: Das sollte in Ihrer Heizkostenabrechnung stehen

✔ Abrechnungsersteller
✔ Abrechnungszeitraum
✔ Brennstoff- und ggf. Lieferkosten
✔ alle Heiznebenkosten
✔ Verteilschlüssel
✔ tatsächlicher Verbrauch
✔ geleistete Vorauszahlung
✔ zu zahlende bzw. zu erstattende Gesamtkosten

5. Gründe für zu hohe Heizkosten

Sollte die Heizungsanlage nicht optimiert oder veraltet oder das betreffende Gebäude nicht ausreichend wärmegedämmt sein, fallen Heizkosten unnötigerweise höher aus. Zudem sind Heiznebenkosten öfter überhöht. Zu den überhöhten Kosten gehören beispielsweise der Betriebsstrom, die Gebühren für den Messdienstleister oder die Heizungswartung. Von etwa 18 Millionen Heizkostenabrechnungen werden 37 Prozent fehlerhaft versendet (Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband).

6. Den Energieverbrauch mit dem HeizCheck kostenfrei online überprüfen

Sie verstehen Ihre Heizkostenabrechnung nicht? Die einfache Lösung: Mit dem Heizkostenrechner können Sie prüfen, wie Sie Ihren Energieverbrauch unter Kontrolle bringen und welche Kosten Sie einsparen können. Haben Sie Ihre neueste Abrechnung parat? Dann machen Sie den HeizCheck von München Cool City. In nur fünf Minuten erfahren Sie, wie hoch oder gering Ihre Kosten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind.

7. Hilfe vom Profi

Es ist sinnvoll, die Kosten für das Erstellen der Heizkostenabrechnung regelmäßig prüfen zu lassen und möglichst mehrere Angebote zu vergleichen. Kostenfreie Hilfe finden Sie beim Heizspiegel. Bei etwaigen Unstimmigkeiten in der Heizkostenabrechnung ist auch der kostenfreie Basischeck der Verbraucherzentrale hilfreich.