Eis aus dem Wasserkocher

Familie Höfer aus München-Thalkirchen hat sich mit einem Strommessgerät auf Spurensuche begeben, um die größten Stromfresser in ihrem Haushalt zu finden. München Cool City hat sie dabei begleitet.
Kinder messen wie viel Strom der Wasserkocher verbraucht
© Julian Bückers / co2online.de
Wo der Wasserkocher angeht, hatte sich Nele in ihrem Leben noch nie gefragt. So hoch steht das Gerät in der Küche, dass die Sechsjährige den Kocher nie selbst anschaltet. Dass es aber einer der größten Stromfresser im Haushalt der Familie Höfer ist, weiß sie trotzdem. „Immer bevor Mama den anmacht, müssen wir ein paar andere Geräte ausschalten“, sagt sie. „Das stimmt, sonst haut’s hier unsere alte Sicherung raus“, ergänzt ihre Mutter Lena. „Deswegen wollte ich schon länger mal wissen, wie viel Strom das Gerät eigentlich zieht.“

Unterwegs mit dem Strommesser

Eine Freundin erzählte den Höfers von Strommessgeräten, die man sich bei den Münchner Stadtwerken leihen kann. Da habe sich die  Familie gefragt, wie man den eigenen Stromverbrauch beeinflussen kann. „Dann sind Nele und ich bei den Stadtwerken vorbeigeradelt und haben so ein Gerät geholt“, sagt Mutter Lena Höfer.

Am aufregendsten ist das neue Kästchen in Form eines kleinen Mehrfachsteckers aber für Neles Bruder Milo. Der Siebenjährige liebt Brettspiele und alles, was mit Zahlen zu tun hat. Also ziehen er und sein Vater Philip gemeinsam durch die Thalkirchner Wohnung. Dabei ziehen sie Stecker aus Steckdosen, um danach erst den Strommesser und dann die Stecker der jeweiligen Geräte wieder einzustecken.

Vater und Sohn messen Stromverbrauch einer LED Lampe
© Julian Bückers / co2online.de

Aus für die Glühbirne

„Hui, nur 5 Watt“, ruft Vater Philip, als sie eine LED testen. Für Milo ist diese Größe eher abstrakt. Trotzdem notiert er die Zahl in einer kleinen Tabelle, die sein Vater für ihn auf einen Zettel gemalt hat. Als die beiden später eine ähnlich helle Glühbirne mit 40 Watt messen, kommen sie zum Ergebnis: „Die alte Birne verbraucht acht mal mehr, die sollten wir auswechseln.“

Daraufhin geht es an den Wasserkocher, Nele schaltet ein und dann ist die Aufregung groß: Auf dem Mess-Display erscheinen 1.993 Watt. Milo notiert die Zahl erneut, und als er erkennt, dass sie viel größer ist als alle anderen Einträge seiner Tabelle, schiebt er ein Wort nach, das er wohl kürzlich auf dem Pausenhof gelernt hat: „Oida!“

Stromspar-Tipp: Wasserkocher

Wasser erhitzen kostet viel Energie. So benötigt ein Wasserkocher mit 2000 Watt Leistung etwa drei Minuten, um 1l Wasser zum Kochen zu bringen. Von der Energie könnte eine LED etwa einen Tag lang brennen. Doch Elektroherde und Mikrowellen sind noch stromhungriger. Sogar Induktionsherde brauchen etwas mehr Strom. Besser schneiden nur Gasherde ab, vor allem bei den CO2-Emissionen.

 

  • Sie haben einen Gasherd? Nutzen Sie den zum Wasserkochen. Sonst einen Wasserkocher.
  • Sie brauchen nur ein, zwei Tassen heißes Wasser? Erhitzen Sie nicht mehr als unbedingt nötig.
  • Sie benötigen viel heißes Wasser zum Kochen? Dann nutzen Sie gleich den Herd.
Vater und Sohn messen Stromverbrauch des Kühlschrankes
© Julian Bückers / co2online.de

Stromsparen im Garten

Bald wird die Tabelle immer länger. Den Kühlschrank mit Gefrierfach testet Milo mit seinem Vater gleich über vier Tage und liest danach den Wert ab: „3,4 kWh“. Aufs Jahr gerechnet braucht die Familie damit fast ein Zehntel ihres gesamten Stroms zum Kühlen – und liegt damit noch immer unter dem deutschen Durchschnitt von 17%.

Stromspar-Tipp: Kühlschrank

Kühl- und Gefriergeräte sind mit die größten Stromfresser im Haushalt. Wer deren Verbrauch messen will, sollte das über einige Tage tun und dann aufs Jahr hochrechnen. Bei Geräten, die zehn bis fünfzehn Jahre alt sind, lohnt sich der Kauf eines neuen Modells – noch bevor das alte kaputt geht.

 

  • Alter Kühlschrank: 329 Kilowattstunden und 96 Euro pro Jahr
  • Neuer Kühlschrank (A+++): 88 Kilowattstunden und 26 Euro pro Jahr
  • Ersparnis: 241 Kilowattstunden und 71 Euro pro Jahr
Mutter befüllt die Waschmaschine mit Wäsche
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Andere Geräte will Milo gleich mehrfach testen: etwa die Waschmaschine bei 60 Grad, 40 Grad und 30 Grad – mit Schleudern, und ohne. „Mit dem Strom für eine 60-Grad-Wäsche kann ich künftig drei Durchgänge mit 30 Grad starten“, sagt Philip überrascht. „Das werde ich noch öfter machen – und auch aufs Schleudern werden wir im Sommer verzichten – die Wäsche trocknet an der Leine im Garten auch so.“

Wie stark diese Bemühungen ihren Stromverbrauch von jährlich 3.894 Kilowattstunden senken werden, muss die Familie Höfer abwarten. „Aber zumindest wissen wir jetzt besser, wo wir sparen können und was sich wirklich lohnt“, freut sich Mutter Lena. „Und von dem ersparten Geld gibt’s dann für alle ein Eis.“