Schnapper für die Schafkopf-Kasse

Wie eine Münchner WG ihre Heizkosten senkt – und zugleich ihre Wohnung gemütlicher macht.

Maria und Josef beim Karten spielen

© Julian Bückers / co2online.de

Alles begann beim Kartenspielen. Anfang Januar hatte Maria zum Schafkopfen in ihre WG im Westend eingeladen. Mitten im Spiel sagte dann einer der drei Gäste: „Irgendwie zieht’s hier kalt rein.“
Klar, auch Maria und ihr Mitbewohner Josef kannten die Zugluft in der Küche, aber sie hatten sich längst daran gewöhnt. Doch jetzt, als einer ihrer Gäste es so direkt ansprach, begann der ungemütliche Luftzug auch sie zu stören. Außerdem: Wieso, ist es eigentlich immer so kalt in der Wohnung, auch wenn die Heizkörper aufgedreht waren? Maria und Josef nahmen sich vor, die Heizsituation in ihrer Wohnung an einem freien Tag genauer zu untersuchen. München Cool City hat sie bei der Spurensuche begleitet.

Aha-Effekt: wenig hilft viel 

An ihrem freien Tag wollen die beiden zunächst herausfinden, wo der Luftzug herkommt. Der Grund ist rasch gefunden: Der Schnapper am Schloss der Wohnungstür ist kaputt, und die offene Tür führt dazu, dass es ständig zieht. Da Maria und Josef die restlichen Bewohner des gemeinschaftlich verwalteten Hauses gut kennen, haben sie sich bislang nie am offenen Türschloss gestört – sondern es eher als Willkommens-Zeichen für spontanen Besuch gesehen.

Der defekte Schnapper ist schnell repariert. Und die beiden Mitbewohner staunen über die große Auswirkung: Als sie beim Mittagessen in der WG-Küche sitzen, merken sie, wie mollig warm es mit der bisherigen Einstellung ihrer Heizung ist, nachdem der starke Luftzug verschwunden ist.

Mit einem Blick aufs Thermometer stellt Maria fest, dass es sich nicht nur mollig warm anfühlt: Es sind auch 22 Grad. „Da können wir die Heizung locker zurückdrehen und auf 20 Grad runtergehen“, sagt sie.

Maria und Josef reparieren die Eingangstür

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Maria misst die Raumtemperatur mit einem Thermometer

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Heiztipp: Raumtemperatur senken

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Josef misst den Abstand zwischen Eckbank und Heizung

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Die Eckbank muss aus dem Weg

Weiter geht’s: Josef liest im Internet, dass Heizkörper nicht verbaut sein sollen, weil sie sonst nicht effektiv wärmen. Vor der Heizung in der Küche steht aber die Eckbank – die verrücken Maria und Josef nun zusammen auf den empfohlenen Abstand von mindestens 20 Zentimetern. Und siehe da: Obwohl Maria nach der Reparatur der Tür die Heizung bereits gedrosselt hat, steigt das Thermometer in der Küche bald wieder auf 22 Grad. „Das geht aber wirklich einfach“, sagt Maria, während Josef die Heizregler ein weiteres Mal zurückdreht.

Zugluft mit Kerze überprüfen

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Feuer und Flamme für mehr Wärme

Ist noch mehr herauszuholen? Maria stellt jetzt vor alle Fenster Kerzen auf, um am Flackern der Flamme zu erkennen, wo es entlang der Fensterrahmen undichte Stellen gibt. Zum Glück hat sie noch Dichtungsband aus dem Baumarkt, das sie gleich zum Abdichten verwendet. Danach flackern die Kerzenflammen kaum noch – und die Wohnung ist wieder ein Stück wohnlicher geworden.

Maria dreht die Heizung herunter

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Volle Rohre – kaltes Bad

Und Maria und Josef sind lange noch nicht fertig: Sie beschließen, auch ihr Verhalten zu ändern, um noch mehr Heizenergie zu sparen. Künftig wollen sie abends die Jalousien herunterlassen und die Vorhänge vor die Fenster ziehen. „Das verbessert die Isolation“, erklärt Josef. „Ist aber nur zu empfehlen, wenn die Gardinen nicht zu lang sind und über den Heizkörpern hängen.“ – Was bei den beiden nicht der Fall ist. Zusätzlich will Josef sicherstellen, dass die Heizrohre im Bad nicht mehr voller Handtücher hängen und so stärker heizen können.

„Wow, mit eigentlich wenig Aufwand sparen wir jetzt richtig viel – und die Zugluft ist auch weg“, sagt Maria am Ende des Tages. Wie stark ihre Bemühungen die Heizkosten der WG senken werden, wissen die beiden Mitbewohner heute noch nicht. Aber wenn man alle Maßnahmen zusammen zählt, können sie mit einer Ersparnis von rund 100 Euro pro Jahr rechnen. Fürs Nachfüllen der Schafkopf-Kasse sollte es allemal reichen.